Mannheimer Betriebe haben häufig mehrere Standorte, oft über die Stadtgrenze hinaus nach Ludwigshafen, Viernheim oder Heidelberg. Auf der Website entstehen daraus mehrere ähnliche Seiten. Und damit ein Problem, das man erst bemerkt, wenn man es sucht: Die eigenen Seiten konkurrieren gegeneinander um dieselbe Suchanfrage.
Wie Kannibalisierung entsteht
Der Ablauf ist immer gleich. Für jeden Standort wird eine Seite angelegt. Weil die Leistungen überall dieselben sind, werden die Texte übernommen und der Ortsname ausgetauscht. Ergebnis: vier Seiten, die sich zu 90 Prozent gleichen und sich nur im Ortsnamen unterscheiden.
Für eine Suchmaschine ist damit nicht entscheidbar, welche dieser Seiten zur Anfrage passt. In der Folge rankt mal die eine, mal die andere, keine davon stabil, und Verweise von außen verteilen sich auf vier schwache Seiten statt eine starke. Die Grundlagen dazu stehen in unserem Artikel zu Duplicate Content.
Der Test, der zwei Minuten dauert
Du brauchst dafür keine kostenpflichtige Software. In der Search Console öffnest du den Leistungsbericht, filterst auf eine Suchanfrage und schaust dir an, welche Seiten dafür ausgeliefert werden. Erscheinen für dieselbe Anfrage regelmäßig mehrere eigene Seiten, hast du den Befund.
Zweiter Test, ebenso schnell: Suche in Google gezielt innerhalb deiner Domain nach dem Begriff, für den du ranken willst. Wenn mehrere Seiten mit fast identischen Titeln erscheinen, ist die Struktur das Problem, nicht der Text.
Was Standortseiten unterscheidbar macht
Die Lösung ist selten, Seiten zu löschen. Sie besteht darin, ihnen einen eigenen Zweck zu geben. Was auf einer Standortseite wirklich standortspezifisch sein kann:
- Team vor Ort mit echten Namen und Fotos.
- Öffnungs- oder Sprechzeiten, die sich zwischen den Filialen tatsächlich unterscheiden.
- Anfahrt, Parksituation, Erreichbarkeit mit Bus und Bahn. In der Mannheimer Innenstadt gehört die Besonderheit der Quadrate-Adressen dazu, denn sie ist für Ortsfremde erklärungsbedürftig.
- Leistungen, die es nur an diesem Standort gibt, oder Geräte, die nur dort stehen.
- Einzugsgebiet: welche Stadtteile und Nachbarorte dieser Standort tatsächlich bedient.
Was die Generik angeht, gilt die umgekehrte Regel: Alles, was für alle Standorte gleich gilt, gehört genau einmal auf die Website, nämlich auf die Leistungsseite. Die Standortseiten verlinken dorthin. Das reduziert Wiederholung und stärkt gleichzeitig die interne Verlinkung, wie im Artikel zu internen Links beschrieben.
Eine Website oder mehrere Domains?
In Mannheim taucht regelmäßig die Idee auf, für jeden Standort eine eigene Domain zu registrieren. Das ist fast immer die schlechtere Lösung. Jede Domain muss eigenständig Vertrauen aufbauen, jede braucht Inhalte, Pflege und Verweise. Aus einer starken Website werden vier schwache.
Sinnvoll ist die Trennung nur, wenn die Standorte wirklich eigenständige Marken sind, mit eigenem Namen und eigener Kundschaft. Firmierungsgleiche Filialen gehören auf eine Domain.
Struktur, die in Mannheim funktioniert
Ein bewährter Aufbau für einen Betrieb mit mehreren Standorten sieht so aus:
- Eine Seite je Hauptleistung, ausführlich, ohne Ortsbezug.
- Eine Seite je Standort mit den oben genannten echten Unterschieden, verlinkt auf die Leistungsseiten.
- Eine Übersichtsseite Standorte, die alle Filialen zeigt und für Suchanfragen nach dem Unternehmensnamen die Anlaufstelle ist.
- Je Standort ein eigenes Google-Unternehmensprofil, das auf die zugehörige Standortseite verweist.
Punkt vier wird oft vergessen und ist der wirksamste. Für lokale Ergebnisse zählt das Profil stärker als die Website, und ein Profil, das auf eine passende Unterseite verweist, liefert Besuchern sofort die richtige Antwort.
Technische Punkte, die dazugehören
Auf Standortseiten gehören strukturierte Daten für das lokale Unternehmen, mit Adresse, Öffnungszeiten und Geokoordinaten. Wie das aufgebaut ist, steht in unserem Beitrag zu strukturierten Daten. Achte außerdem darauf, dass die Adressangabe im Quelltext als Text vorliegt und nicht nur als Bild oder in einer eingebetteten Karte.
Der zweite Punkt: Wenn Standorte schließen oder umziehen, brauchen die alten Seiten eine dauerhafte Umleitung auf die passende neue Seite, nicht auf die Startseite. Wie das sauber funktioniert, beschreibt der Artikel zu Redirects.
Was das für ein Webdesign-Projekt bedeutet
Wenn du in Mannheim eine neue Website beauftragst, gehört die Standortfrage ins Briefing, bevor über Gestaltung gesprochen wird. Ein Entwurf, der Standortseiten als austauschbare Vorlage vorsieht, produziert das Problem gleich mit. Ein Entwurf, der je Standort Platz für echte Inhalte lässt, löst es, bevor es entsteht.
Weitere Ausgangslagen aus der Region: Heidelberg mit stark besetztem Wettbewerb, Frankenthal mit wenig Suchvolumen im B2B und Walldorf mit einer ungewöhnlichen Suchintention.