Was der Indexierungsbericht zeigt
Der Indexierungsbericht in der Search Console gibt Auskunft darüber, welche bekannten Seiten einer Website im Suchindex enthalten sind und welche nicht. Er ordnet URLs nach ihrem jeweiligen Status. So lässt sich erkennen, ob eine Seite indexiert wurde, beim Crawling ein Problem auftrat oder die Suchmaschine sie aus einem bestimmten Grund nicht aufgenommen hat.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Crawling und Indexierung: Beim Crawling ruft ein automatisierter Crawler eine Seite ab. Bei der Indexierung wird geprüft, ob und in welcher Form sie in den Suchindex aufgenommen werden soll. Eine URL kann gecrawlt worden sein, ohne im Index zu landen. Und nicht jede URL, die nicht im Index steht, deutet auf einen technischen Fehler hin.
Der Bericht ist deshalb kein einfaches Verzeichnis aller URLs einer Website. Er bildet den bekannten Stand für eine ausgewählte Property ab. Statusmeldungen beziehen sich auf einzelne Seiten oder Gruppen ähnlicher Seiten. Sie sollten stets im Zusammenhang mit dem Zweck der jeweiligen URL und der gewünschten Indexierung betrachtet werden.
Statusmeldungen im Indexierungsbericht einordnen
Die Meldungen lassen sich zunächst in zwei Gruppen gliedern: Seiten, die indexiert sind, und Seiten, die nicht indexiert sind. Bei den nicht indexierten URLs ist entscheidend, ob die Nichtaufnahme beabsichtigt ist. Eine Weiterleitungs-URL oder eine ausdrücklich ausgeschlossene Seite muss in der Regel nicht im Suchindex erscheinen. Bei einer wichtigen Inhaltsseite kann derselbe Status dagegen auf Handlungsbedarf hinweisen.
Indexiert
Der Status „indexiert“ bedeutet, dass die URL nach dem aktuellen Berichtstand im Index enthalten ist. Das ist ein technischer Zwischenstand und keine Aussage darüber, ob die Seite für bestimmte Suchanfragen sichtbar ist oder gute Platzierungen erreicht. Auch indexierte Seiten können in den Suchergebnissen wenig oder gar nicht erscheinen.
Prüfe bei wichtigen Seiten, ob die indexierte URL der gewünschten Fassung entspricht. Gibt es mehrere Varianten desselben Inhalts, kann eine andere URL als kanonische Version ausgewählt sein. Dann ist nicht unbedingt die URL im Index, die du bevorzugst.
Nicht indexiert
„Nicht indexiert“ beschreibt zunächst nur das Ergebnis. Die Details liefern den Grund, den der Bericht für die Nichtaufnahme nennt. Lies die Meldung nicht losgelöst vom Seitentyp: Bei einer Filterseite, einer Weiterleitung oder einer internen Suchergebnisseite kann der Status passend sein. Bei einem zentralen Ratgeber oder einer wichtigen Produktkategorie sollte er genauer untersucht werden.
Gehe bei der Einordnung in dieser Reihenfolge vor:
- Soll die URL überhaupt in Suchmaschinen erscheinen?
- Ist die Seite erreichbar und liefert sie den erwarteten Inhalt?
- Gibt es eine bewusste technische Anweisung, die eine Indexierung verhindert?
- Passt die URL zur vorgesehenen kanonischen Seite?
- Betrifft die Meldung eine einzelne Adresse oder viele Seiten desselben Typs?
So vermeidest du, jede ausgeschlossene URL pauschal als Fehler zu behandeln.
Häufige Statusmeldungen und ihre Bedeutung
Die folgenden Überschriften geben die Gründe sinngemäß wieder; die genaue Formulierung im Bericht kann davon abweichen.
Durch „noindex“ ausgeschlossen
Eine Seite mit einer wirksamen „noindex“-Anweisung soll nicht in den Suchindex aufgenommen werden. Das kann eine bewusste Entscheidung sein, etwa bei wenig hilfreichen oder nicht für Suchmaschinen bestimmten Seiten. Ist die betroffene URL dagegen wichtig, prüfe, ob die Anweisung versehentlich gesetzt wurde und ob sie auf der tatsächlich ausgelieferten Seite vorhanden ist.
Achte darauf, dass eine entfernte Anweisung nicht sofort im Bericht sichtbar werden muss. Der Bericht zeigt keine Live-Ansicht aller Änderungen. Nach einer Anpassung muss die URL erneut abgerufen und verarbeitet werden, bevor sich ihr Status aktualisieren kann.
Durch robots.txt blockiert
Eine Sperre in der robots.txt-Datei verhindert, dass der Crawler die betreffende URL wie vorgesehen abruft. Das ist nicht dasselbe wie eine „noindex“-Anweisung: Wird der Abruf blockiert, kann der Crawler den Seiteninhalt und mögliche Anweisungen darauf unter Umständen nicht lesen. Daher sollte eine robots-Sperre nicht als Ersatz für eine Indexierungsanweisung verstanden werden. Wie du Regeln in der Datei eng formulierst, zeigt der Beitrag robots.txt richtig einsetzen.
Wenn eine wichtige Seite blockiert ist, kontrolliere, ob die Regel versehentlich einen ganzen Pfad oder Seitentyp erfasst. Ändere eine Sperre nicht ohne Prüfung, wenn sie bewusst sensible oder unwichtige Bereiche betrifft. Entscheidend ist, welche Seiten erreichbar sein und in den Index gelangen sollen.
Gefunden, derzeit nicht indexiert
Diese Meldung weist darauf hin, dass eine URL bekannt ist, aber noch nicht gecrawlt oder indexiert wurde. Der Status kann bei vielen neu angelegten oder wenig priorisierten URLs auftreten. Er beweist für sich genommen keinen Fehler an der Seite.
Prüfe, ob die URL intern sinnvoll verlinkt ist und ob sie einen eigenständigen Nutzen bietet. Bei großen Gruppen ähnlicher oder dünner Seiten lohnt sich außerdem ein Blick darauf, ob die Website unnötig viele Varianten erzeugt. Eine einzelne URL lässt sich anders bewerten als ein Muster, das sich über zahlreiche Seiten wiederholt.
Gecrawlt, derzeit nicht indexiert
Hier wurde die Seite abgerufen, aber nicht in den Index aufgenommen. Der Bericht benennt damit das Ergebnis, nicht zwingend die konkrete Ursache. Mögliche Ansatzpunkte sind die Qualität und Eigenständigkeit des Inhalts, technische Auffälligkeiten oder eine starke Ähnlichkeit mit anderen URLs.
Vergleiche die betroffene Seite mit der kanonischen Fassung und mit anderen Seiten, die dasselbe Thema abdecken. Prüfe, ob der Inhalt vollständig geladen wird und ob wichtige Elemente für den Crawler zugänglich sind. Eine pauschale Änderung allein aufgrund der Statusmeldung ist selten sinnvoll; zuerst sollte klar sein, welches Problem auf Seitenebene vorliegt.
Duplikat oder andere kanonische URL
Bei ähnlichen oder identischen Inhalten kann der Bericht auf eine andere URL als kanonische Fassung verweisen. Das bedeutet nicht automatisch, dass die gewünschte Seite technisch defekt ist. Es kann aber darauf hindeuten, dass mehrere URLs denselben Inhalt darstellen oder Signale zur bevorzugten URL nicht eindeutig sind.
Prüfe die kanonische Angabe, interne Verweise und Weiterleitungen. Diese sollten ein konsistentes Bild vermitteln. Wenn eine bestimmte URL indexiert werden soll, muss sie als eigenständige, erreichbare Seite erkennbar sein und darf nicht widersprüchlich auf eine andere Fassung verweisen.
Weiterleitung, Fehler oder „Soft 404“
Weiterleitungen werden üblicherweise nicht als eigenständige Inhaltsseiten indexiert. Das ist oft beabsichtigt: Die Zielseite soll die alte URL ersetzen. Kontrolliere, ob das Weiterleitungsziel erreichbar und inhaltlich passend ist.
Serverfehler können den Abruf verhindern. Bei einer „Soft 404“-Meldung wird eine Seite möglicherweise als nicht vorhanden oder inhaltlich leer eingeordnet, obwohl sie technisch eine erfolgreiche Antwort liefert. Prüfe in solchen Fällen den ausgelieferten Inhalt, den Antwortstatus und die tatsächliche Funktion der Seite. Bei wiederkehrenden Serverproblemen kann technische Unterstützung erforderlich sein.
So gehst du bei einer auffälligen URL vor
Für einzelne wichtige URLs bietet sich eine systematische Prüfung an:
- URL auswählen: Öffne die Detailansicht der betreffenden URL und kontrolliere, welcher Status und welcher Grund angezeigt werden.
- Sollzustand festlegen: Entscheide, ob die Seite indexiert sein soll. Eine bewusst ausgeschlossene URL braucht meist keine Änderung.
- Erreichbarkeit prüfen: Rufe die Seite auf und achte auf Weiterleitungen, Ladefehler oder einen unerwarteten Inhalt.
- Technische Signale abgleichen: Sieh dir Sperren, „noindex“-Anweisungen und die kanonische URL an. Prüfe auch, ob interne Links auf die gewünschte Adresse zeigen.
- Inhalt bewerten: Frage, ob die Seite einen klaren eigenen Zweck erfüllt und sich ausreichend von ähnlichen Seiten unterscheidet.
- Änderung gezielt vornehmen: Korrigiere nur die Ursache, die du tatsächlich festgestellt hast. Verändere nicht mehrere technische Signale gleichzeitig, wenn dadurch unklar wird, welche Anpassung den Status beeinflusst hat.
- Bericht später erneut ansehen: Nach einer Änderung kann es dauern, bis ein neuer Abruf und die Verarbeitung im Bericht sichtbar werden. Eine sofortige Statusänderung ist nicht garantiert.
Wenn viele URLs dieselbe Meldung tragen, untersuche zuerst gemeinsame Muster. Betreffen sie beispielsweise denselben Verzeichnispfad oder Seitentyp, kann eine zentrale Vorlage oder Regel verantwortlich sein. Bei einzelnen Seiten ist dagegen eine individuelle Inhalts- oder URL-Ursache wahrscheinlicher.
Typische Fehlinterpretationen vermeiden
Diese Fehldeutungen begegnen dir beim Lesen des Berichts besonders häufig:
- Jede nicht indexierte URL als Fehler ansehen: Viele Seiten sollen bewusst nicht im Index erscheinen.
- Indexierung mit Sichtbarkeit gleichsetzen: Eine Aufnahme in den Index garantiert weder eine Platzierung noch Zugriffe.
- Einen Berichtswert als Live-Status verstehen: Zwischen einer Änderung auf der Website und einer Aktualisierung des Berichts kann Zeit vergehen.
- Eine Meldung ohne Seitentyp bewerten: Dieselbe Statusmeldung kann bei einer unwichtigen Filter-URL korrekt und bei einer zentralen Inhaltsseite problematisch sein.
- Einzelne Ausnahmen überbewerten: Häufig ist ein wiederkehrendes Muster wichtiger als eine isolierte URL.
Häufige Fragen
Kann eine URL indexiert sein, obwohl sie nicht in der Navigation verlinkt ist?
Ja. Eine URL kann auch auf anderem Weg bekannt werden, etwa über eine Sitemap oder Verweise außerhalb der Hauptnavigation. Ob sie indexiert wird, hängt nicht allein von ihrer Position im Menü ab.
Wie oft wird der Indexierungsbericht aktualisiert?
Der Bericht wird nicht notwendigerweise unmittelbar nach einer Änderung auf der Website aktualisiert. Der Zeitpunkt hängt davon ab, wann die URL erneut abgerufen und verarbeitet wird. Einen festen Zeitpunkt für die Aktualisierung einer bestimmten Seite solltest du daher nicht voraussetzen.
Zeigt der Indexierungsbericht, über welche Suchanfragen Besucher eine Seite finden?
Nein. Der Bericht behandelt den Indexierungsstatus von URLs und nicht die Suchanfragen, über die Nutzer eine Seite aufrufen. Für Suchanfragen und deren Leistungsdaten ist der Leistungsbericht der Search Console vorgesehen; wie du dort etwa die durchschnittliche Position richtig deutest, erklärt ein eigener Beitrag.
Fazit
Der Indexierungsbericht hilft dir, technische Ausschlüsse, noch nicht verarbeitete URLs und bereits indexierte Seiten auseinanderzuhalten. Entscheidend ist nicht nur die Statusmeldung, sondern ob sie zum Zweck der jeweiligen Seite passt. Prüfe auffällige URLs gezielt, suche bei vielen ähnlichen Meldungen nach gemeinsamen Ursachen und bewerte den Status nach Änderungen erst anhand eines aktualisierten Berichts erneut. Weitere Beiträge findest du im Bereich Technisches SEO.